Meinung aktuell



01.03.2016

14 Fragen an Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Merkel,

ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen, die Anne Will Ihnen in ihrer Talkrunde am Sonntag, den 28.02.2016 – aus welchen Gründen auch immer – nicht oder nur unzulänglich gestellt hat.

Präambel

Sie sind nicht verantwortlich für die Irak-Kriege der US-Amerikaner, auch nicht für den sogenannten ‚Arabischen Frühling‘, den die Deutsche Presse so demokratisch beflissen hochgejubelt hat, in dem die Journalisten nicht begriffen haben, dass mit dem politischen Islam keine Demokratie entwickelt werden kann. Ganz im Gegenteil, die musste ins Desaster führen. Sie sind auch nicht verantwortlich für die verbrecherischen Untaten des syrischen Potentaten Assad, der große Teile des Volkes dahinmetzelte und der religiösen Intoleranz in Syrien Tür und Tor öffnete. Man kann Sie auch nicht verantwortlich machen für das Aufkommen von Al Qaida und IS, allerdings hätten Ihre Berater Sie darauf aufmerksam machen müssen, dass der Wahhabismus, die saudi-arabische Staatsreligion die Ursache dafür ist, dass dieser fundamentalistische Islam weltweit durch Terrorismus verbreitet werden soll. Diese Experten hätte Sie auch darauf aufmerksam machen müssen, dass der Ableger der Wahhabiten, der bei uns in Europa als Salafismus daherkommt, keine Religion ist und somit auch nicht unter die bei uns vom Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit zählt.

Hier nun meine Fragen:

1. Sie haben aus ehrenhaften und menschlich verständlichen Gründen die vor der ungarischen Grenze gestrandeten Flüchtlingenach Deutschland eingeladen. Warum haben Sie diese Einladung nicht auf diese Flüchtlingsgruppe zeitlich begrenzt? Hätten Sie nicht wissen müssen, dass dies zum Aufbruch Signal für alle geknechteten aus dem afrikanischen Kontinent und vor allem aus dem Nahen Osten missverstanden werden würde?

2. Haben Sie bedacht, dass Sie in diesen Kreisen als eine Art Mutter Theresa gefeiert und zum Idol hochstilisiert wurden?

3. Insbesondere über die sogenannte Balkan-Route strömten vor allem aus den Flüchtlingslagern rund um Syrien immer mehr hoffnungsvolle Menschen, die Deutschland als das gelobte Land, in dem Milch und Honig fließt, ansehen. Haben Sie bedacht, dass dies – auch wenn wir es schaffen, sie unterzubringen und zu integrieren – bei diesen Neuankömmlingen auf lange Sicht erheblichen Frust auslösen muss, geschürt durch verbrecherische Schlepper, die viel Geld mit ihren märchenhaften Versprechungen verdienen?

4. Haben Sie Psychologen und Soziologen befragt, die Ihnen hätten sagen können, dass uns dieser Frust in Zukunft extreme Probleme bereiten wird, denn diese Menschen kommen in eine ihnen unbekannte Welt, die ihren religiösen Gebräuchen völlig widerspricht, auch, weil im nah-östlichen Raum die Familien in sehr starken Clans leben, in denen das Individuum bis auf den Clan-Führer nur eine geringe Rolle spielt?

5. Haben Sie gewusst, dass die rechtliche Stellung der Frau in diesen Gesellschaften unseren über Jahrhunderte durch Aufklärung und Kampf errungene Gleichberechtigung der Frau total widerspricht? (hier empfehle ich die Dissertation meines Freundes und Rechtsanwalts Arno Busch, der sich damit in England Summa cum Laude habilitierte.)

6. Haben Sie nicht bemerkt, dass der größte Teil aus jungen Männern besteht, für die die Flucht ein großes Abenteuer darstellt, die aber aus ihrem Kulturkreis nicht gewöhnt sind, Frauen in europäisch-modischer Kleidung in der Öffentlichkeit anzutreffen und ihre Religion sogar jeglichen Blick auf ihre Frauen verbietet? Man muss kein Psychologe sein um zu wissen, dass der Testosteron-Spiegel diese Menschen unbewusst zu Handlungen verführt, die in ihren angestammten Gesellschaften völlig unter Kontrolle sind. Für die daraus resultierenden Übergriffe kann unsere Polizei nicht verantwortlich gemacht werden. Als Physikerin denke ich, ist Ihnen das Prinzip Ursache und Wirkung bewusst.Ist Ihnen klar, dass Sie als Politikerin dagegen permanent verstoßen?

7. Mittlerweile wird sogar schon von Völkerwanderung gesprochen, aber wenn wir in die Historie blicken, wurden z. B. im 4. Jahrhundert die ansässigen Stämme fast völlig verdrängt bzw. vernichtet. Ich erinnere da an die durch die Hunnen ausgelösten Umwälzungen. Ich vermute, dass Sie – so wie ich – hoffen, dass dieses Schicksal uns erspart bleibt. Doch wenn man den Metaplan der Wahhabiten ( nicht des Islam!) betrachtet, ist das nicht ganz von der Hand zu weisen, denn die haben keinerlei Respekt und Toleranzgegenüber den sogenannten Ungläubigen. Verträge mit denen können jederzeit gebrochen werden. Ist es nicht so, dass diese Aussichtviele Bürger verunsichert, denn das Schwert dieser Fanatiker ist der Terrorismus?

8. Wussten Sie nicht, dass die Fischer am rechten Rand unserer Gesellschaft diese Umstände brutal ausnutzen und unsere großartige, nach dem zweiten Weltkrieg gewachsene Demokratie extrem bedrohen?

9. Beunruhigt es Sie nicht, dass mittlerweile im Volk der Wunsch heranwächst, die Freiheit immer mehr der Sicherheit zu opfern? Gerät gerade dadurch nicht unsere liberale Demokratie immer mehr in Gefahr?

10. Haben Sie berücksichtigt, dass durch die kontrolllose Öffnung unserer Grenzen immer mehr zwielichtige Gestalten unser Justizsystem aushebeln können? Der IS ist sicherlich schlau genug, tausende von Schläfern, zum Terrorismus bereit, in unsere Gesellschaft einzuschmuggeln. Glauben Sie, dass unsere Justiz in der Lage ist, dies zu kontrollieren?

11. Finden Sie nicht, dass die Europäische Idee durch Ihre nicht mit den Europäischen Instanzen abgestimmte Entscheidung immer mehr in Gefahr gerät, und dass Sie den integrations-unwilligen Ländern eine Rechtfertigung geliefert haben, jegliche Solidarität abzulehnen? In persönlichen Gesprächen und hinter vorgehaltener Hand mit vielen europäischen Politikern habe ich schon vor Monaten festgestellt, dass diese Ihnen sogar dankbar sind, denn so können sie die ganze Verantwortung ihren Bürgern gegenüber auf Deutschland abwälzen.

12. Ist Ihnen nicht schon lange bewusst, dass dieser deutsche Ruf nach europäischer Gemeinsamkeit völlig ins Leere gehen muss, sind das nicht potemkinsche Dörfer, die da zur Beruhigung unserer Bürger aufgebaut werden?

13. Warum wird eigentlich nicht zwischen Asylanten und Flüchtlingen rechtlich unterschieden, wie es auch in unserem Grundgesetz verankert ist? Ich frage Sie nicht formal in der üblichen Weise, sondern ist es nicht so, dass die wenigsten Flüchtlinge unmittelbar aus umkämpften Gegenden kommen, sondern sich bereits in Lagern rund um Syrien bzw. über die andere Route in Libyen in Sicherheit befanden? Auch wenn die Unterscheidung schwierig ist, hätte man dringend auf dieses Argument eingehen müssen, warum nicht?

14. Warum ist es Europa und Amerika nicht gelungen, diese Lager finanziell so auszustatten, dass die Menschen dort menschenwürdig leben können. Ist es nicht ein extremes Armutszeugnis, ja im humanitären Sinne ein Verbrechen?


Sehr geehrte Frau Merkel, ich möchte das Alles nicht als Besserwisserei verstanden wissen, sondern nur Denkanstöße liefern

Ihr Jean Pütz

Wissenschaftsjournalist