Wissenschaft

Klassische Medizin

28.05.2011

Wissenschaftsforum mit internationalem Auftakt

Wissenschaftsforum mit internationalem Auftakt

Am 4. September eröffnet der Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), Professor Dr. Michael Dröscher, das Wissenschaftsforum Chemie im Bremer Congress Centrum. Bei dieser größten deutschen Chemiker-Tagung im Internationalen Jahr der Chemie 2011 wird die Auftaktveranstaltung international geprägt sein. So wird es Grußadressen von der European Association for Chemical and Molecular Sciences (EuCheMS) sowie aus den USA und aus China geben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftler aus der Schweiz und den USA, und für die musikalische Untermalung sorgt das Orchestra Chimica aus Japan.

Für Grußadressen aus der Politik wurden Professor Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie Renate Jürgens-Pieper, die Bremer Senatorin für Bildung und Wissenschaft, eingeladen. Weiteres Lokalkolorit mit deutlich internationaler Ausrichtung wird Professor Dr. Karin Lochte, Direktorin am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, mit ihrer Grußadresse einbringen.

Die erste Auszeichnung, die anlässlich des Wissenschaftsforums 2011 vergeben wird, ist die Adolf-von Baeyer-Denkmünze der GDCh, eine Goldmedaille, verbunden mit einem Preisgeld von 7.500 Euro. Professor Dr. François Diederich von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich wird damit geehrt. Diederich ist einer der prominentesten Vertreter der Organischen Chemie mit einem international herausragenden Renommee. Er hat wesentliche Akzente auf ganz unterschiedlichen Gebieten gesetzt, von der Materialwissenschaft bis zur medizinischen Chemie. Seine wissenschaftlichen Beiträge (rund 600 Publikationen) zur Aromatenchemie, zur Chemie der Fullerene, zu Wirt-Gast-Wechselwirkungen und zum „de novo“-Design von Substraten für Enzymrezeptoren gehören zu den meist zitierten Arbeiten auf diesen Gebieten.

Der gebürtige Luxemburger studierte Chemie in Heidelberg, wo er 1979 promovierte. Nach einem Postdoktoranden-Aufenthalt an der University of California at Los Angeles (UCLA) trat er 1981 eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg an. Nach seiner Habilitation 1985 wurde er an die UCLA berufen, wo er 1989 zum Full Professor of Organic and Bioorganic Chemistry ernannt wurde. Seit 1992 ist er ordentlicher Professor für Organische Chemie an der ETH Zürich. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der American Academy of the Arts and Sciences, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) sowie der Real Academia Española de Ciencias. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Otto-Bayer-Preis für Chemie, dem Humboldt-Forschungspreis, dem Burckhard-Helferich-Preis, und der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze.

Nach der anschließenden Verleihung des Karl-Ziegler-Preises an Professor Dr. Hans-Joachim Freund, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, über die eine separate Pressemitteilung der GDCh am 15. Juni informiert hat, wenden sich der designierte EuCheMS-Präsident, Professor Dr. Ulrich Schubert aus Wien, der bis 2010 amtierende ehemalige Präsident der American Chemical Society, Professor Dr. Joseph S. Francisco aus West Lafayette, Indiana, und der stellvertretende Präsident der Chinesischen Chemischen Gesellschaft, Professor Dr. Guibin Jiang aus Peking mit einem Grußwort an die Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung. Jiang wird u.a. auch auf das Joint Symposium „Chemistry and Water“ eingehen, das chinesische und deutsche Wissenschaftler am 5. September im Rahmen des Wissenschaftsforums bestreiten werden.

Als krönender Abschluss der Auftaktveranstaltung wird die US-Amerikanerin Professor Dr. Emily A. Carter von der Princeton University mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Vorlesung geehrt. Die 50jährige studierte Chemikerin ist jetzt Forschungsdirektorin und Professorin für Energie und Umwelt, für Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik sowie angewandte und computergestützte Mathematik. In ihrem Vortrag in Bremen befasst sie sich mit der Frage, wie die Quantenmechanik zur Lösung der weltweiten Energieprobleme beitragen kann. Bezogen auf ihre Forschungsarbeiten erläutert sie, wie Materialien optimiert werden können, die zur Verbesserung der Effizienz von Turbinen für die Stromerzeugung und für Flugzeugantriebe beitragen sollen, und wie die Verbrennung von Biokraftstoffen oder die Tritium-Aufnahme in die Wände von Fusionsreaktoren charakterisiert werden kann. Bei ihren wissenschaftlichen Fragestellungen geht es ferner um die Optimierung der mechanischen Eigenschaften von Leichtmetalllegierungen, die bei Fahrzeugen den Kraftstoffverbrauch senken sollen, um die Optimierung des Ionen- und Elektronentransports in den Kathoden von oxidischen Festkörperbrennstoffzellen sowie um Unterstützung der Materialentwicklung für die Photovoltaik und Photoelektroden, mit denen Sonnenlicht in Elektrizität umgewandelt oder zur Kraftstofferzeugung genutzt werden kann. Schnelle und präzise Methoden der Quantenmechanik machen die Materialentwicklungen berechen- und planbar.

Die gesamte Veranstaltung wird musikalisch vom Orchestra Chimica Tokio, einem Laienorchester der Japanischen Chemischen Gesellschaft, und weiteren Gastmusikern gestaltet, und zwar aus Anlass des Jubiläums zur 150jährigen Deutsch-Japanischen Zusammenarbeit und Freundschaft. Im Zeichen dieses Jubiläums steht auch ein Sondersymposium mit japanischen Wissenschaftlern, das sich am 7. September auf dem Bremer Wissenschaftsforum u.a. mit anorganischen Materialentwicklungen, aber auch mit biochemischen Fragestellungen und historischen Aspekten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan befasst.

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